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Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl

Der Militärhistoriker Dr.sc. Lothar Schröter hat sich am 1.11. im RosaLuxx. in kleiner Runde mit der Frage beschäftigt, ob und wie die Geschichte der DDR aufgearbeitet wurde.

So müsse man immer zuerst die Umstände klären, bevor man Geschichte betrachten kann. Hier zitiert Schröter Karl Marx: „Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten; sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen.“

Die gegenwärtige Geschichtspolitik, die maßgeblich vom Westen bestimmt wird, verfälscht und vermittelt verzerrte Bilder, da man sich an verschiedenen Methoden bedient, die darauf abzielen die DDR-Geschichte einseitig zu betrachten. Direkt gelogen wird dabei nicht, jedoch wird durch diese einseitige Betrachtung ein manipulativer Charakter erzeugt und positive Stimmen kommen selten zu Wort. So wird sich zum Beispiel immer an negativem Vokabular bedient (Unrechtsstaat, Mauer, Stasi, Schießbefehl), welches sich in den Köpfen einbrennt. „Welche Bilder werden damit erzeugt?“ fragt Lothar Schröter. Das Publikum stimmt ihm darauf hin zu, wenn er von „schiefen Bildern“ spricht.

Eine weitere Methode der Geschichtsschreibung:
Positives so umdrehen, dass es am Ende doch negativ oder falsch klingt. Bekanntes Beispiel dafür wäre die Kinderbetreuung in der DDR. Frauen konnten nach der Geburt recht schnell wieder in ihr Berufsleben zurückkehren, Kinder haben früh ein breites Bildungs – und Freizeitangebot genossen. Kritiker finden auch hier Raum um diesen emanzipatorischen Ansatz der Kinderbetreuung schlecht zu reden. So zieht sich diese Herangehensweise durch nahezu alle Felder der DDR-Geschichte.

Denn die Archivalien sind für alle, bis auf wenige Ausnahmen, frei zugänglich. Jede*r kann sich umfassend über Ungerechtigkeiten der Deutschen Demokratischen Republik informieren, wobei die Archivalien der BRD weitgehend unzugänglich sind. Dass darin die wahre Ungerechtigkeit liegt, stellten Schröter und das Publikum schnell fest.