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7. Dezember 2017

Erdogans Stolperstein: Die freien Kurd*innen

Ercan Ayboga während seines Vortrages im RosaLuxx.

Ercan Ayboga referierte am Nikolausabend über den Widerstand und den Freiheitskampf der Kurd*innen im offenen Jugend- und Wahlkreisbüro „RosaLuxx.“ der Landtagsabgeordneten Kati Engel in Eisenach.

Ercan Ayboga, aufgewachsen im Rhein-Main-Gebiet, lebte selbst einige Jahre in Diyarbakır, einer der größeren Städte türkisch Kurdistans. In Deutschland engagiert er sich nicht nur innerhalb der LINKEN, sondern auch in den verschiedensten Initiativen und Kampagnen z. B. im Bereich Naturschutz und zur Selbstverwaltung Kurdistans. So veröffentlichte er im Rahmen der Kampagne „Tatort Kurdistan“ gemeinsam mit weiteren Engagierten das Buch „Revolution in Rojava – Frauenbewegung und Kommunalismus zwischen Krieg und Embargo“, welches nicht nur in Deutschland als Standartwerk gilt.

Nach einer Einführung in die Geschichte und die geografische Lage der kurdischen Gebiete, stellte der Referent den Konflikt über die Selbstverwaltung Kurdistans aus verschiedenen Blickwinkeln dar, verortete die Rolle Erdogans, Assads aber auch die der sogenannter westlicher Demokratien. Im Verlauf der Veranstaltung beschrieb Ayboga Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen kurdischen Bevölkerungsgruppen und ging auf die Bedeutung der Wahlerfolge der pro kurdischen HDP in der Türkei ein. In diesem Zusammenhang schilderte Ayboga aber auch die Ernüchterung, welche durch die Verfolgung von pro-kurdischen Politker*innen, Akademiker*innen und Journalist*innen durch Erdogans totalitären Staat entstand.

Insgesamt war es ein spannender Abend, denn für die meisten Anwesenden war die Frage der freien Kurd*innen und deren politische Position aus Sicht einer gesellschaftlichen Linken politisches Neuland. Daher waren sich alle Anwesenden schnell einig: im nächsten Jahr soll es eine weitere Veranstaltung zur Thematik geben, dann zur Frage der Frauenbewegung im kurdischen Freiheitskampf - zeitnah zum Frauen*kampftag natürlich.