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25. April 2017

Unsere kritische Vortragsreihe zum Reformationsjubiläum und zu Martin Luther

In Eisenach gibt es gerade kein anderes Thema, was so präsent ist wie Martin Luther und das Reformationsjubiläum.

Natürlich, die Reformation war ein sehr bedeutender Schritt in der Menschheitsgeschichte, und dass Luther hier ein bedeutender Protagonist war, möchten wir ihm nicht absprechen. Doch sollte man jemanden feiern und ehren, der sich gerne mal antisemitischer und sexistischer Ressentiments bediente? 

Beispielhaft sind Zitate wie dieses aus dem Mund des Reformators: „Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist’s um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“ Luther ging soweit und forderte gar, die Synagogen anzuzünden und die „verstockten“ Juden auszuweisen. Auch seine Aufrufe gegen Bauern oder gegen die Türken, sind alles andere als das, was unserem Verständnis von Toleranz und Weltoffenheit entspricht. 

Wir möchten das Reformationsjubiläum und vor allem die Rolle Martin Luthers kritisch begleiten.  In zwei Vorträgen soll einmal mehr auch die oft vergessene Kehrseite der Reformationsgeschichte aufgezeigt werden.

Zu einem ersten Vortrag mit dem Titel „Müntzer und Luther–feindliche Brüder?“ laden Euch die Thüringer Landtagsabgeordnete Kati Engel (DIE LINKE), das offene Jugend- und Wahlkreisbüro RosaLuxx. und der Rosa-Luxemburg-Club Eisenach am 2. Mai 2017 ab 18:30 Uhr ins Theater am Markt ein. Der Referent Thomas Völker wird anhand der beiden Persönlichkeiten Martin Luther und Thomas Müntzer aufzeigen, wie sich die Spaltung der frühen Reformation vollzog und welche Konsequenzen dieser Bruch im politischen Geschehen ihrer Zeit und auch in der Erinnerungskultur bis heute nach sich zog.

Zu einem zweiten Vortrag laden Euch Kati Engel und das RosaLuxx. am 6. Mai 2017 ab 20:00 Uhr ins Kleinkunstcafé Lebemann ein. Hier wird Daniel Kulla, der bereits das zweite Mal in Eisenach zu Gast ist, in seinem Vortrag "LUTHER AUF DAS MAUL schauen - Revolution & Reformation in Mitteleuropa“ einen Überblick über die damalige Zeit und Luthers Position darin geben. Es wird um die Krise des Feudalismus gehen, um Luthers Rolle als Anstifter und dann Konterrevolutionär, um seine damit einhergehenden Feinderklärungen gegen Bauern, Juden, Türken und das Bier, um die Nachwirkung auf Fürstenherrschaft, Untertanen-Protestantismus und antisemitische Tradition, schließlich um die ständige Gefahr des Aufgreifens eines zurechtgemachten Luther durch nationalistische Bewegungen.