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15. Mai 2017

Eisenach setzt ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit

Am vergangen Samstag luden das Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach und die Religionsgemeinschaften der Stadt zu einem bunten Fest mit einem vielfältigen Programm und verschiedenen Attraktionen auf den Eisenacher Karlsplatz ein.

Der Grund: Der vorbestrafte NPD Stadtrat Patrick David Wieschke versuchte auf den selben Platz zu einer Kundgebung mit dem fremdenfeindlichen Motto „Gefährder abschieben – Islamisierung verhindern“ zu mobilisieren. Im Nebensatz hieß es dann: „Wir wollen keine Moschee in unserer Stadt!“ Das diese weder existiert, noch geplant ist, sollten inzwischen in jedem noch so kleinen Hinterzimmer der Stadt angekommen sein. Trotzdem schaffte man es, etwa 50 verirrte Seelen auf die Straßen zu bringen.

Ein viel schöneres Bild bot sich jedoch auf der anderen Seite des Karlsplatzes. Etwa 250 Menschen aus den verschiedensten Nationen feierten zur selben Zeit etwa 50 Meter entfernt friedlich und bunt miteinander. Auch wir waren mit dabei und konnten vor allem unseren jüngsten Mitmenschen den Tag mit einer Hüpfburg und Zuckerwatte versüßen. Neben diversen Redebeiträgen, konnten die zahlreichen Besucher*innen internationalen musikalischen Klängen lauschen. Eine Menschenkette, die den ganzen Platz umschloss, machte dann schließlich eins deutlich: Wir wollen miteinander und füreinander in Eisenach leben, ohne Hetze, Hass oder Vorurteile. Als sich am Ende der Veranstaltung zahlreiche Menschen beim Tanzen in den Armen lagen, sollte auch dem letzten Skeptiker klar gewesen sein, dass es einfach bereichernd und schön ist, andere Kulturen kennenzulernen. Es wird Zeit jegliche Angst abzulegen und aufeinander zuzugehen. Wir können alle voneinander lernen.

Sicher kann man sich streiten, ob es der richtige Weg ist, Nazis mit einem bunten Fest entgegenzutreten. In Eisenach hat es jedoch an diesem Tag funktioniert und ein deutliches Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit gesetzt.